Die Zukunft einer
saubereren
Schifffahrt

Die Plattform

Die MARITIME PLATTFORM mit Sitz in Hamburg und Berlin wurde im Februar 2014 als Maritime LNG Plattform gegründet und stellt mittlerweile einen Zusammenschluss von rund 100 nationalen und internationalen Unternehmen, Häfen, Verbänden und Initiativen dar. Die Plattform hat sich zum Ziel gesetzt, durch den Einsatz von LNG (Liquid Natural Gas, Flüssigerdgas) zu einer deutlichen Reduktion von Emissionen wie SOx, NOx, CO2 sowie Feinstaub und somit zu einer saubereren, aber auch ökonomischeren See- und Binnenschifffahrt zu gelangen. Daneben spielt aber der Klimaschutz eine immer größere Rolle. Nicht nur durch die ehrgeizigen IMO-Klimaziele, den Ausstoß von CO2 bis 2050 im Vergleich zu 2008 zu reduzieren, auch durch die technische Weiterentwicklung (Ethanol, Batterie, Wasserstoff) ist die reine Fokussierung auf LNG für den Anspruch der Plattform, die Zukunft der Schifffahrt mit zu gestalten, zu eng. LNG wird „der“ Treiber für eine umweltfreundlichere und auch klimafreundliche Schifffahrt bleiben und verstärkt werden, allerdings weniger das fossile LNG, sondern schrittweise, zunächst durch Beimischung und im nächsten Schritt durch vollständigen Ersatz das sogenannte synthetische LNG, auch E-Fuel genannt.

Hier liegen noch große Herausforderungen im Hinblick auf Infrastruktur, industrielle Entwicklung und das Schaffen politischer Rahmenbedingungen, derer sich die Plattform unbedingt annehmen sollte. Mit der Wasserstoffstrategie der Bundesregierung ist nur ein erster Aufschlag verabschiedet worden. Nun bedarf es wieder der Impulse aus den Branchen, um dieser zum Erfolg zu verhelfen. Gerade Hamburg als Sitz der Plattform wird sich zu „dem“ Wasserstoffstandort entwickeln. Hier kann und wird die Plattform wertvolle Impulse geben können. Ähnlich wie zu Beginn der LNG-Debatte 2014 wird die Plattform als Partner und Ansprechpartner der Politik und der Industrie fungieren, um auch hier Impulse für die maritime Wirtschaft zu setzen.

Des Weiteren setzt sich die Plattform für die Förderung wasserseitiger, LNG-basierter Stromversorgung für Fracht- und Kreuzfahrtschiffe und, beginnend in den Hafenstädten, die Umsetzung nachhaltiger Energie- und Mobilitätskonzepte mit LNG-Nutzung im Wasser- und Landverkehr ein. Gerade in den Hafenstädten zählt die Feinstaubbelastung durch die Schifffahrt – laut WHO eine der häufigsten Todesursachen – zu den ungelösten Problemen. So wird die Feinstaubbelastung durch eine Stromerzeugung, die auf LNG anstatt auf Diesel basiert, maßgeblich reduziert.

Der Ansatz der Plattform ist multinational und wettbewerbsübergreifend und bündelt bestehendes Knowhow, beispielsweise aus dem europäischen Ausland, wie in Norwegen, Schweden oder den Niederlanden.

Politik gestalten

Die Maritime Plattform wurde 2015 vom Bundesverkehrsministerium beauftragt, im Rahmen der Mobilitäts- und Kraftstoffstrategie der Bundesregierung und für den nationalen Bericht zur Umsetzung der EU-Richtlinie „Clean Power for Transport“ den Input für das Thema LNG in der maritimen Wirtschaft zu liefern. Das ist ein Erfolg, aber zugleich auch eine große Verantwortung, da die Plattform, so wie es das Ziel war, als branchenübergreifende Initiative der Politik eine Entscheidungsgrundlage für wesentliche Maßnahmen, die die Markteinführung von LNG in Deutschland maßgeblich prägen werden, zu liefern hat. So wurde die Förderrichtlinie für Neu- und Umbauten von Schiffen auf Initiative der Plattform verabschiedet.

Als Mitglied des ESSF (European Sustainable Shiping Forum) engagiert sich die Plattform auch in Brüssel. Auf Kommissionsebene ist das Thema LNG schon seit Jahren auf der Agenda und wird aktiv nach vorn gebracht. Ziel ist hier vor allen Dingen, einen nationalen Flickenteppich zu verhindern. Die Plattform sieht eine wesentliche Aufgabe darin, den Knowhowtransfer nach Deutschland und in die Politik zu organisieren.